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Zeit

Es gäbe wohl keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um ein paar Worte über das Thema Zeit zu verlieren. Es ist November – die Tage werden kürzer, draußen ist es kalt, nebelig und man könnte sich mehr Zeit einräumen für die richtig wichtigen Dinge im Leben. Der bevorstehende Jahreswechsel ist eine Zeit der Innenschau, eine Zeit des Loslassens, eine Zeit des Manifestierens und dennoch auch eine Zeit die von Jahresabschlüssen, unendlichen Konsum und von einem zu viel von allem geprägt ist. Warum nehmen wir uns nicht einfach mal raus. Einen kurzen Moment, um ganz im Hier und Jetzt zu sein?

„Zeit“ ist also ein großes Wort, und ich weiß nicht warum, aber man denkt, vor allem in jungen Jahren, dass man unendlich viel davon hätte. Was auch gut und in vielen Belangen sehr sinnvoll ist. 

Der Umgang mit der Begrifflichkeit Zeit hat sich für mich im Laufe der Jahre drastisch verändert. Früher nahm ich die Zeit als etwas völlig Selbstverständliches wahr. Als etwas, was man mit ein bisschen Leben füllen sollte. Mit einem Tag, mit einer Nachricht, veränderte sich aber mein Verständnis für Zeit ganz von selbst. Ich hatte das erste Mal das bedrückende Gefühl, sie könnte mir davonlaufen. Und zwar mit großen Schritten. Also ist Zeit etwas, worüber ich hier schreiben möchte.

Zeit soll für uns alle Qualität bedeuten. Egal wie viel wir unterm Strich davon haben. Ich spreche hier nicht von der viel propagierten „me-time“, die mit dem Lackieren von Nägeln, mit Friseurbesuchen und dem Schlürfen von überteuertem Champagner verschleudert wird. Ich spreche hier von Zeit, in der man zu sich selbst findet, in der man die Wahrheit für sich selbst entdeckt. Bei der man ein Gespür für das Wesentliche entwickelt und sich darin übt im Moment zu sein. Egal wo dieser gerade stattfindet. 

Keine einfache Sache – ich weiß!

Wie oft am Tag geben wir „Nonsens“ von uns wie:

  • „Ich muss noch schnell dieses und jenes erledigen.“
  • „Ich geh noch schnell einkaufen.“
  • „Ich geh noch schnell laufen.“
  • „Ich muss noch schnell kochen und die Fenster putzen …“

Diese Liste könnte man ewig weit fortsetzen. Wir machen vieles und das vor allem schnell. Aber das Leben ist jetzt und will auch jetzt gelebt werden. Es ist klar, dass man vieles im Alltag machen soll. Aber verabschieden wir uns mal von diesem ausbremsenden „Muss“. Also ich habe beispielsweise für mich intrinsisch beschlossen: „Ich muss gar nichts!“ 

Auch ich bin zweifache Mama und sehe jeden Tag die vollen Wäschekörbe, die Ansammlung an Spielsachen, die Fenster, die geputzt werden sollten, und so vieles mehr. Und trotzdem versuche ich jede einzelne Sekunde mit meinen Lieblings­menschen zu verbringen, mit Dingen, die ich liebe – und das mit meiner vollen Aufmerksamkeit. Keiner der Momente, die wir erleben, kommt ein zweites Mal. Und geben wir uns auch nicht der Illusion hin, irgendwann wieder mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben zu haben. Die Zeit ist jetzt.  

Im Hier und Jetzt zu sein, bedeutet auch: ohne Handy, ohne Filter, ohne Instagram oder anderen Lebenszeiträubern zu sein. Es erfordert Präsenz und zwar von jeder Faser, jeder Zelle deines Körpers. 

Also fangen wir heute damit an und nutzen die Zeit, die wir haben, für die Dinge die wir lieben. 

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