Bleibe bei dir!
Wem egal ist, was andere von einem denken, hat das größte Maß an Freiheit erreicht.
Sich um seinen eigenen Scheiß zu kümmern, ist wohl eine der größten Herausforderungen in einer Zeit der Digitalisierung, in einer Zeit von Instagram, TikTok und sonstigen unzähligen Anbietern einer Darstellung scheinbar perfekter Welten. Als Mutter verschiebt sich der Fokus ohnehin von Oberflächlichkeiten auf die wichtigen Dinge im Leben. Da muss ich schon schmunzeln, wenn die InfluencerInnen-Kids mit einem Montessori-Spielzeug, FSC-zertifiziert, versteht sich, in einem sterilen Raum auskommen. In perfekt aufgeräumten Zimmern, die gesunde Jause verschlingend vergehen diese Tage bis zum Abendessen, welches ausschließlich am schön gedeckten Tisch eingenommen wird. Vegan, versteht sich. Ich hingegen finde mich oft morgens schon kniend vor der Toilette, beide Hände im Abfluss, um die Badeente vor dem Ertrinken zu retten und die abgetauchte Zahnbürste zu entsorgen, bevor sie wieder in den Mund gesteckt wird. Das Essen artet immer wieder in eine Laufveranstaltung aus, wo es nur darum geht, so viele Lebensmittel wie möglich im Raum zu verteilen.
Leute, das ist echtes Leben.
Echtes Leben bedeutet auch gelegentlich, die Contenance zu verlieren, böse aufs Leben zu sein und sich mal pädagogisch unkorrekt, sprich wenig wertvoll zu verhalten. Es gibt eben die Tage der unglaublichen Freude und Dankbarkeit, aber es gibt auch jene der unglaublichen Erschöpfung und Verzweiflung. Die Tage, an denen sich der Sinn gut versteckt. Beides ist okay und vor allem völlig normal. Also kümmert euch um euren eigenen Scheiß. Schaut weniger nach links und rechts. Vergleicht euch mit niemandem. Bleibt in eurer persönlichen Bubble und füllt diese mit echtem Leben.