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Allgemein,

“Wer ein Wofür im Leben hat, kann fast jedes Wie ertragen.“ (Nietzsche)

Die Endlichkeit des Lebens wurde mir sehr radikal in einem sehr kurzen Zeitraum vor Augen geführt. Ungeschminkt und gnadenlos. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber man tendiert schon dazu, das Leben einfach mal laufen zu lassen, ohne sich groß die Frage nach dem eigentlichen Sinn des Lebens zu stellen. Mal ehrlich – wann habt ihr euch zuletzt gefragt, worum es wirklich geht im Leben? Was euch tatsächlich glücklich macht? Ob ihr auf eurem Lebensweg spaziert oder schon vor langer Zeit irgendwo falsch abgebogen seid? Ich habe den Eindruck, wir verkörpern zunehmend diese leere Konsumgesellschaft, die schon vor langer Zeit von vielen verschiedenen schlauen Menschen angekündigt wurde. Wir konsumieren in allen Lebensbereichen, als gäbe es kein Morgen, keine Klimakrise, keine Ausbeutung und keinen Hunger auf dieser Welt. Wenn wir uns einsam fühlen, geben wir uns der Illusion hin, dass wir das online lösen könnten. Was uns nicht gefällt, wischen wir einfach weg, und was wir meinen uns zu entsprechen, haben wir rund um die Uhr und in null Komma nichts zur Verfügung.

Wir haben alles und doch nichts. Noch nie war die Welt so voller Möglichkeiten, aber gleichzeitig inhaltlich so leer. Es scheint, als gäbe es nichts mehr, was uns ausmacht, was uns hält, was uns den Fokus auf das Hier und Jetzt richten lässt.

„Lebe, als gäbe es kein Morgen“ hat schon seine Berechtigung. Denn in Wirklichkeit weiß niemand von uns, wie lange das eigene (gesunde, glückliche) Leben dauern wird. Ich kann von mir behaupten, dass die Nahtoderfahrung, die ich durch die Geburt meiner zweiten Tochter erleben durfte, vieles veränderte. Allen voran meine Wahrnehmung. Ich betrachte seither nichts mehr als selbstverständlich und freue mich meistens über wirklich alles, was kommt. Ich hatte damals sogar den Eindruck, das Gras sei grüner, die Sonne heller und das Leben insgesamt so viel bunter. Die Diagnose trübte das Ganze erneut etwas ein, aber selbst heute kann ich sagen, dass mein jetziges Leben ein ganz anderes ist. Warum erzähle ich euch das? 

Weil diese Veränderung eine unheimliche Qualität mit sich bringt und man vielleicht nicht immer durch so eine tiefe Krise gehen muss, um seine Perspektive auf vieles zu ändern. Das Zitat: „Wer ein Wofür im Leben hat, kann fast jedes wie ertragen.“, bedeutet, dass es trotz schwerer Schicksalsschläge oder tiefer Krisen möglich ist, ein erfüllendes, sinnstiftendes Leben zu leben. Die Fragen nach dem großen Unbekannten, nach dem „Warum“ im Leben ist zwar eine weit verbreitete, aber nicht sehr zielführende Frage. Vielmehr geht es darum, ein „Wozu“ für sich zu finden. Das Leben ist nun mal so, wie es ist, und nichts führt am Annehmen von Dingen vorbei, die im Moment nicht zu ändern sind.

Die Frage muss also lauten:

• Was lasse ich daraus entstehen?

• Was habe ich daraus gelernt?

• Welche Eigenschaften, Kompetenzen habe ich mir dadurch angeeignet?

• Was ist das liebevollste und beste, was ich daraus entstehen lassen kann?

„Sei du selbst die Veränderung, die du ­ dir wünschst für diese Welt!“

(Mahatma Gandhi)

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